Beratung und Begleitung bei Pränataler Diagnostik

"Endlich: Ich bin schwanger. Wir haben uns riesig gefreut.
Da ich fast vierzig bin, hat meine Frauenärztin einige zusätzliche Untersuchungen empfohlen.
Aber was ist, wenn mit unserem Wunschkind etwas nicht stimmt?"

Mit Pränataler Diagnostik können mitunter Erkrankungen und Fehlbildungen bereits vor der Geburt erkannt, teilweise Therapien eingeleitet oder besondere Vorbereitung für schwierige Geburten getroffen werden.

Unsere Beratung vor und nach Pränataler Diagnostik hat das Ziel, die Not der Betroffenen zu verstehen und ihre Kompetenz für die jeweils anstehenden Entscheidungen zu stärken. Gemeinsam werden Möglkichkeiten für das Aushalten und Bewältigen von Unsicherheiten und Angst entdeckt, sowie Perspektiven für das Leben mit einem behinderten Kind entwickelt.

Wir begleiten die Frauen unabhängig davon, für welchen Weg sie sich letztlich entscheiden.

Netzwerk Pränataldiagnostik

Im Netzwerk Pränataldiagnostik haben sich Einrichtungen zusammengeschlossen, die auf verschiedene Weise mit den Problemen vorgeburtlicher Untersuchungen und deren Folgen zu tun haben.

Vorgeburtliche Untersuchungen stellen die Betroffenen nicht selten vor schwierige Fragen:

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Netzwerks Pränataldiagnostik möchten schwangere Frauen und Paare sowie deren Familien bei Fragen rund um die vorgeburtlichen Untersuchungen
beraten - begleiten - und ihnen helfen.

Sie können sich an jede der beteiligten Personen und Einrichtungen wenden. Bei Bedarf werden andere Kooperationspartner hinzugezogen.

Download Handzettel Netzwerk Praenataldiagnostik (pdf, 230kB)

Gymnasiums Mengen, Januar 2015

Bericht über die Exkursion am 22.01.2015

Am Donnerstag, den 22.01.2015 machte sich der Religionskurs der Jahrgangsstufe 1 unter der Leitung von Frau Wagner auf den Weg nach Sigmaringen ins Krankenhaus. Als Ergänzung zu den Themen Künstliche Befruchtung und vorgeburtliche Untersuchungen besuchten wir dort das Netzwerk Pränataldiagnostik.

Unsere erste Station war bei Oberärztin Frau Dr. Benz. Sie informierte uns über die Entwick-lung des Embryos im Mutterleib und auch die möglichen Untersuchungen vor der Geburt. Dabei wurde uns klar, dass solche Untersuchungen zwar in den meisten Fällen beruhigen, manchmal jedoch auch nicht. Außerdem interessant war die Feststellung, dass die meisten Be-hinderungen nicht durch Gendefekte, sondern durch Alkoholkonsum während der Schwanger-schaft entstehen.

Nun wurde unsere Gruppe getrennt und Mitarbeiter des Netzwerks sprachen über ihre Aufga-ben und Tätigkeiten. Es blieb genug Zeit für Fragen und so bekam auch nochmals jeder die Möglichkeit sich selbst mit dem wichtigen Thema und den wichtigsten Fragen auseinander zu setzen: Was wäre, wenn ich vor die Wahl gestellt werden würde? Habe ich die Kraft, Unter-suchungen durchführen zu lassen und dann zu erfahren, dass mein Kind behindert ist? Wie stehe ich zu einer Abtreibung? Wie könnte ich mit meiner Entscheidung leben? Würde ein Kind mit Behinderung in meinem Leben Platz finden? Was würden meine Familie, mein Partner, meine Freunde sagen?

Wir haben gelernt, dass es auf diese Fragen keine eindeutige, richtige Antwort gibt. Aber wir wissen nun auch, dass man mit seinen Fragen, Ängsten und Sorgen dann nicht allein ist! Unsere letzte Station, welche wir wieder gemeinsam erlebten, bestand aus der Begegnung mit Eltern und ihren "besonderen" Kindern. Wenn nach den voran gegangenen Gesprächen eine nachdenkliche Atmosphäre herrschte, so änderte sich diese mit dem Eintreffen der Kinder. Auf ihre eigene ganz besondere, fröhliche und wundervolle Art haben sie alle für sich eingenommen. Auf spielerische Weise kamen wir mit den Eltern ins Gespräch, welche von ihrer eigenen Geschichte erzählten, die viel mit dem Unverständnis der Umgebung, aber auch mit dem Glück in der Familie zu tun hat, mit ihrer Stärke und unerschöpflichen Hoffnung. Diese Familien sind wahre Lebenskünstler, welche aus ihrer Liebe zueinander jede Heraus-forderung meistern.

Wir bedanken uns für ihre Offenheit und dafür, für kurze Zeit einen kleinen Teil von dieser eigenen besonderen Welt gesehen haben zu dürfen. Wir wünschen ihnen und auch allen anderen "besonderen" Kindern alles Gute und dass sie sich ihr Lächeln bewahren!

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